harald mante: multiple-objekte

ausstellung vom 19. april bis zum 18. august 2016,

dia-präsentation »6×6-abend« am 9. juli 2016.


Harald Mante:

Der 1936 geborene Foto-Designer Harald Mante steht in der gestalterischen Tradition der Klassischen Moderne. Nach dem Studium der Malerei bei dem Bauhausschüler Vincent Weber an der Werkkunstschule Wiesbaden arbeitet er seit den 1960er Jahren schwerpunktmäßig in der Farbfotografie. Als Künstler hat er seitdem die Gestaltungsgrundlagen des Mediums in Form und Farbe immer wieder neu ausgelotet. Ein breiteres Publikum erreichte er schon früh mit redaktionellen Bildserien für Zeitschriften wie Stern und Twen sowie im Bereich der Reisefotografie.

Mante gilt als einer der einflußreichsten Lehrer für fotografische Komposition. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und Lehrbücher. Seit Anfang der 1970er Jahre vermittelte er sein gestalterisches Wissen als Hochschullehrer, zuletzt als Professor für freie und experimentelle Fotografie an der Fachhochschule Dortmund. Seit 2001 emeritiert, engagiert er sich weiterhin in der Erwachsenenbildung und gibt regelmäßig Seminare und Workshops. Harald Mante lebt und arbeitet in Schwerte.

→ www.harald-mante.de

Multiple-Objekte:

Zu Beginn seiner freiberuflichen Tätigkeit belieferte Harald Mante mit seinen farbstarken Kompositionen auch Bildagenturen. Das dort übliche Filmformat war das quadratische 6 × 6 Dia. Solche Bildquadrate waren der Ursprung für die weitere Auseinandersetzung mit Bildern als »Multiple-Objekte«. In diesen Arbeiten aus den frühen 1970er Jahren treffen zwei wesentliche Themen in Harald Mantes Werk zusammen: Die Reduktion der Bildfläche auf farbige grafische Formen und eine serielle Arbeitsweise. In den Multiplen-Objekten führen die fotografischen Grundoperationen des Wiederholens, Anordnens und Rahmens zu Bildmontagen, die von formalen und motivischen Kontrasten geprägt sind.

So entstehen Arrangements aus Bildquadraten, die Details farbiger Oberflächen zeigen. Sie sind einheitliche Module einer ebenfalls quadratischen Bildfläche. Durch Wiederholung und Kontrastierung baut sich ein Bild aus Bildern auf: Ein zweidimensionales Objekt, das dem Betrachter sowohl als fotografisches Abbild als auch als abstraktes Ornament erscheint.

In den 1970er Jahren wurden die Objekte in mehreren Ausstellungen, unter anderem in Hamburg, Berlin, Köln, Wuppertal und Dortmund, präsentiert. Es war uns eine Freude, diese Originalabzüge aus Harald Mantes Frühwerk in Hagen zeigen zu können.

6×6-abend:

parallel zur ausstellung konnten wir am 9. juli 2016 ein buchstäbliches highlight präsentieren: harald mante zeigt dias — ein »6-mal-6-abend«.

mit dem quadratischen format, das dem abend seinen namen lieh, hat harald mante in seiner langen karriere als foto-designer nur etwa fünf jahre lang gearbeitet. am »6-mal-6-abend« zeigte er originale dia-positive aus dieser kurzen zeit seines schaffens, in der auch die reihe »multiple-objekte« entstanden ist. am beispiel der frühen arbeiten erläuterte harald mante seine arbeits- und wahrnehmungsweise und gab so erhellende einblicke in die theorie und praxis vom sehen und gestalten.

die dias, die er dabei präsentierte, waren eine ganz besondere ergänzung der ausstellung, denn die mittelformat-projektion läßt in ihrer farbigkeit und bildpräsenz druckmedien und bildschirme weit hinter sich. sie ermöglicht eine einzigartige ästhetische erfahrung des mediums fotografie.